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24.02.2020 Sie befinden sich hier: Unterschenkel / Anatomie / Anatomie - Skelet / 
Unterschenkel - Anatomie

Unterschenkel von vorne
Unterschenkel von hinten

Anatomie am Lebenden

Der Unterschenkel ist als verhältnismäßig einfach gegliederter Extremitätenteil zwischen Kniegelenk und oberem Sprunggelenk eingebaut.

Die Form des Unterschenkels wird vom Skelett und von den Muskeln geprägt. Weiters ist sie natürlich abhängig von der Konstitution, vom Trainingszustand und vom Ernährungszustand.

Die Haut ist, oft auch bei der Frau, behaart und über den Muskeln gut verschieblich. Mit den Knochen ist sie dagegen fester verbunden.

Die vordere Kante (Margo anterior) und die nach innen weisende Fläche des Schienbeines sind über den gesamten Unterschenkel bis zum Unnenknöchel gut zu tasten, vom Wadenbein dagegen nur das Köpfchen (Caput) und die untere Hälfte bis zum Aussenknöchel.

Die oberflächlichen Muskeln am Unterschenkel sind bei Kontraktion gut zu erkennen. Für die Form der Wade ist nicht nur die Wadenmuskulatur, sondern auch die Länge der Achillessehne und die Form des Fersenbeines (Calcaneus)verantwortlich.

Die Wade selbst ist nicht ganz symmetrisch zur Achse des Unterschenkels, sondern ragt innen (medial) weiter vor als aussen (lateral). Der Übergang des Fleisches des Wadenmuskels in die Achillessehne ist besonders bei Muskelanspannung deutlich zu sehen.

Die stark hervortretende Achillessehne ist für den Menschen charakteristisch. Innen und aussen sinkt die Haut oberhalb des Fersenbeines beidseits ein und erzeugt so an einem gut geformten Bein die ?schlanke Fessel?.



Das knöcherne Skelet des Unterschenkels

Skelet des Unterschenkels

Von den beiden UnterschenkelKnochen, Ossa cruris, ist nur das Schienbein,Tibia (griech. xvfjprl, Kneme), am Kniegelenk beteiligt. Das Wadenbein, Fibula (griech. nsedvy, Perone), ist mit dem oberen Ende lediglich am Schienbein befestigt.

Die körperfernen (distalen) Enden beider Knochen formen zusammen eine Gabel, welche den obersten der Fußwurzelknochen, das Sprungbein, Talus, umfaßt. Hier sind beide Knochen beteiligt: Talocruralgelenk, oberes Sprunggelenk.

Äußerlich ist die Gegend bekannt durch das Vorspringen der beiden Enden der Gabel unter der Haut, der Fußknöchel, Malleoli, von denen der eine, Malleolus medialis, dem Schienbein, der andere, Malleolus lateralis, dem Wadenbein angehört.

Die Tibia ist so ausschließlich Stützorgan für die Last des Körpers, daß bei Bruch der Tibia die Fibula einknickt, weil sie den Körper allein nicht zu tragen vermag. Sie ist bei vielen Tieren verschwunden bis auf das distale Ende, welches für die Gelenkgabel notwendig bleibt. Aber beim Menschen spielt sie als Ursprungs und Insertionsstelle für Muskeln und Bänder eine wichtige Rolle.

Die Tibia ist weitaus stärker als die Fibula. Sie liegt innen (medial) und vorn, die Fibula aussen (lateral) und hinten. Letztere ist tief in den Muskeln versteckt. Der Name ?Wadenbein? kennzeichnet dies.

Das Schienbein dagegen liegt so oberflächlich, daß es mit seiner Innenfläche unmittelbar die Haut berührt. Hier ist der Knochen Stößen von außen sehr stark ausgesetzt. Wie empfindlich die nervenreiche Beinhaut (Periost) ist, wissen wir alle aus schmerzlicher Erfahrung bei solchen Vorkommnissen.

Aufgrund dieser ungeschützten Lage sind auch Brüche dieses Knochens häufig.