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15.09.2019 Sie befinden sich hier: Sprunggelenk / Knoechelbruch / Operationsverfahren / 
Knoechelbruch - Operation

Aufgrund der Vielzahl der Verletzungsmöglichkeiten kann hier nur beispielhaft eine typische Operationsmethode wiedergegeben werden. Die anzuwendenden Methoden müssen individuell für die im Einzelfall vorliegenden Verletzungsformen angepasset werden und weichen daher manchmal von der hier dargestellten Operationsmethode ab.

Die Operation erfolgt in der Regel in Rückenlage des Patienten in Allgemeinnarkose oder mit Betäubung der Beine nach einem sog. ?Kreuzstich? (Regionalanästhesie). Sie wird gelegentlich in "Blutsperre" durchgeführt. Dabei liegt eine Blutdruckmanschette um den Oberschenkel, die soweit aufgeblasen wird, daß der Blutfluß zum Bein für die Dauer der Operation unterbrochen wird.



Verletzungen des Aussenknöchels

Über einen längsverlaufenden Hautschnitt wird als erster Schritt der untere, gebrochene Teil des Wadenbeines mit dem Bruch dargestellt.
Die Bruchränder werden gesäubert und von Blutgerinnsel sowie von anhaftendem gequetschtem Weichteilgewebe freigespült.

Anschließend erfolgt das Einrichten des Bruches, wobei auf eine genaue Einpassung der Bruchenden geachtet werden muss.  Insbesonders die Länge des Aussenknöchels muß exakt wiederhergestellt werden, weil nur so eine Zentrierung des Sprungbeines in der Gelenksgabel zwischen Aussen- und Innenknöchel möglich wird.

Nun wird der so eingerichtete Bruch in den meisten Fällen durch eine vorgebogene Platte, die dem Aussenknöchel genau anliegen muß, fixiert.
Die befestigung der Platte am Knochen erfolgt mit speziellen Schrauben, die über vorgebohrte Knochenkanäle eingedreht und festgezogen werden.



Bruch des Innenknöchels

Drahtzuggurtung des Innenknöchels

Über dem Innenknöchel wird ebenfalls ein Hautschnitt angelegt, der in der Regel deutlich kürzer sein kann als der Schnitt an der Aussenseite.

Auch hier wird der Bruch dargestellt, gesäubert und Eingerichtet.
Zur Stabilisierung des Eingerichteten Bruches stehen prinzipiell zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung:

Zum einen kann der Bruch - wenn es sich um große Bruchstücke handelt - mit zwei Schrauben fixiert werden.

Die andere Variante ist die sogenannte ?Drahtzuggurtung?. Dabei handelt es sich um eine Drahtschlinge, die den abgebrochenen Knochenanteil fest gegen seinen Widerpart presst.
Das Prinzip dieser Drahtumschlingung ist gut auf der nebenstehenden Abbildung zu erkennen. Wichtig ist dabei ein festes Anspannen des Drahtes durch speziell dafür vorgesehene Spannzangen.



Bandverletzungen zwischen Schienbein und Wadenbein

Die chirurgische Versorgung dieser Verletzungen ist von herausragender Bedeutung für das Ergebnis der Operation, da ansonsten eine Ausweitung der Knöchelgabel erfolgt, die zu einer ständigen Instabilität führt.

Die Versorgung dieser Verletzungen erfolgt einerseits durch Naht der Bänder.
Andererseits wird meist eine sogenannte ?Stellschraube? eingebracht, das ist eine Schraube zwischen Wadenbein und Schienbein, die die Distanz zwischen den beiden Knochen konstant halten soll. Das Prinzip ist auf der nebenstehenden Abbildung dargestellt.
Wichtig ist, daß diese Schraube nach relativ kurzer Zeit (meist nach 6 Wochen) wieder entfernt werden muß, da ansonsten die Gefahr besteht, daß sie zwischen den beiden Knochen bricht.

Eine Weitere Darstellung der chirurgischen Möglichkeiten würde den hier zur Verfügung stehenden Rahmen deutlich sprengen. Nur soviel: Entsprechend den vielen Möglichkeiten der Brüche und der verschiedenen Bruchformen bis zu Trümmerbrüchen müssen die Verfahren an den Einzelfall angepasst werden. Oft müssen weitere Bruchstücke auch zusätzlich mit einzelnen Schrauben anfixiert werden und auch andere Bänder genäht werden.

Im speziellen Fall gibt Ihnen Ihr Chirurg sicher gerne Auskunft über das gewählte Verfahren.