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19.04.2019 Sie befinden sich hier: Sprunggelenk / Bandverletzungen-Sprunggelenk / Behandlungsverfahren / 
Riss der Aussenknöchelbänder

Wann sollte operiert werden ?

frische Verletzung

Ist die Indikation zur Bandnaht gegeben, so sollte die Operation möglichst rasch durchgeführt werden, jedenfalls innerhalb der ersten 10 - 14 Tage.

Ist eine operation in den ersten Stunden nach dem Unfall nicht möglich, so sollte in jedem Fall die erste Schwellungsphase abgewartet werden, die in der Regel ca. 3 Tage dauert. Dies ist deshalb notwendig, da in dieser Zeit zum einen die Operation schwieriger wird und zum anderen bei starker Schwellung ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko besteht.

Veraltete Verletzung

Liegt die Verletzung dagegen bereits längere Zeit zurück und ist eine höhergradige Instabilität (häufiges "Umknicken") verblieben, so ist keine Eile geboten. Die dann notwendige Bandplastik kann nach den Wünschen und Möglichkeiten des Patienten terminisiert werden.

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Wie sollte operiert werden ?

Bei den Operationsmethoden ist zu unterscheiden, ob es sich um eine frische (d.h. eine maximal 14 Tage alte) Verletzung handelt, oder ob der Bänderriß schon länger zurück liegt.

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Frische Verletzung:

Hier erfolgt in einem relativ einfachen Eingriff die Wiedervereinigung der Stümpfe des gerissenen Bandes durch eine einfache Naht.
Dies ist über eine kleine, ca. 3-5 cm lange Hautwunde möglich, da zwischen Hautoberfläche und Bändern nur ganz wenig Gewebe liegt.

Diese Nähte werden mit einem sog. resorbierbaren (= selbst auflösendem) Material durchgeführt, da sie die Bandstümpfe nur bis zur Heilung halten müssen.
Da diese Nähte natürlich - wie jeder Faden - nur eine beschränkte Reissfestigkeit besitzen, muß nach der Operation ein Unterschenkel-Gipsverband angelegt werden, der in der Regel 6 Wochen verbleibt.

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Veraltete Verletzung - Chronische Instabilität

Hier ist eine sog. Bandplastik notwendig, das heißt ein Ersatz der gerissenen Bänder durch anderes Gewebe.

Bis heute stehen ca. 40 bis 50 unterschiedliche Operationsverfahren zur Verfügung. Dabei gelangen die unterschiedlichsten Materialien als Bandersatz zur Anwendung. In der Hauptsache werden körpereigene Gewebe (Sehnen, Beinhaut, straffe Bindegewebe aus verschiedensten Regionen) als Bandersatz verwendet. Künstlich hergestellte Gewebe wie etwa Kunststoffe der verschiedensten Art wurden im Laufe der Jahre erprobt, haben sich jedoch bislang nicht bewährt und daher nicht durchgesetzt.

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Stellvertretend für all diese Verfahren will ich hier kurz die am meisten Verwendete Operationsmethode - die Methode nach Watson-Jones (1940) - erklären.

Als Bandersatz verwendet wird dabei die Sehne des Musculus peroneus brevis, eines Muskels, dessen Funktion von anderen, benachbarten Muskeln übernommen werden kann, ohne daß dadurch eine Schwäche zurückbleiben kann.

Diese Sehne wird nun durch Bohrungen durch den Aussenknöchel, das Sprungbein und durch das Fersenbein derart geführt und fixiert, daß ein Ersatz aller gerissener Bänder möglich ist.
Es handelt sich um einen technisch anspruchsvollen Eingriff, zu dem natürlich ein wesentlich größerer Hautschnitt erforderlich ist, als dies zur einfachen Bandnaht notwendig ist, und die Komplikationsmöglichkeiten sind entsprechend größer.

Die meisten anderen Operationsmethoden stellen Modifikationen dieser Operation nach Watson-Jones dar. Es wird lediglich die Sehne anders durch die einzelnen Knochen geführt oder bleibt mit keinem Ende an der Ursprungsstelle erhalten sondern wird frei übertragen.

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