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17.06.2019 Sie befinden sich hier: Sprunggelenk / Anatomie / Gelenksanatomie / Unteres Sprunggelenk / 
Anatomie - Unteres Sprunggelenk

Das unter Sprunggelenk ist ein recht komplex aufgebautes Gelenk, das eigentlich aus mehreren Gelenken zusammengesetzt ist. Da es sich aber um eine funktionelle Einheit handelt, wird es trotzdem als ein Gelenk, eben das untere Sprunggelenk, betrachtet.

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Anatomisch handelt es sich um zwei vollkommen voneinander getrennte Gelenke:

  1. die Gelenkverbindung zwischen Sprungbein und Fersenbein im hinteren Abschnitt, und
  2. vorne aus dem Gelenk zwischen Sprungbein, Fersenbein und Kahnbein.
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  1. Der hintere Abschnitt des Gelenkes wird auch als "Gelenk unter dem Sprungbein" (Articulatio subtalaris) bezeichnet und besteht aus der konvexen hinteren Gelenksfläche des Fersenbeines und der entsprechenden konkaven Gelenksfläche des Sprungbeines.


  2. Der vordere Gelenksabschnitt besteht wie jedes Gelenk aus einem Gelenkskopf und einer Gelenkspfanne. Allerdings wird hier die Gelenkspfanne aus mehreren Teilen zusammengesetzt, während der Gelenkskopf nur durch den Sprungbeinkopf gebildet wird.

    Die Gelenkspfannewird im wesentlichen gebildet aus der vorderen Gelenksfläche des Fersenbeines und der Gelenksfläche des Kahnbeines (Os naviculare). Damit das Sprungbein und das Kahnbein durch den Druck des Sprungbeinkopfes nicht auseinanderweichen können, sind sie unten durch ein starkes Band, das sog. Pfannenband (Ligamentum calcaneonaviculare plantare) verbunden. Dieses Band ist neben den beiden Knochen ebenfalls an der Bildung der Gelenkspfanne beteiligt und daher zum Teil mit Knorpel überzogen.

    Die Spannung dieses Bandes ist wichtig für den Zusammenhalt des Gelenkbettes. Bei einer Erschlaffung des Bandes, die allerdings niemals isoliert auftritt, werden das Abrutschen und Tiefertreten des Sprungbeines, also die Bildung des Plattfußes, begünstigt (Plattfußband)

    Durch die Zusammenfügung aus zwei Knochen und einem Band wird die Gelenkspfanne etwas nachgiebig, so daß sie kleine Inkongruenzen zwischen Kopf und Pfanne, die bei der Bewegung auftreten, ausgleichen und den festen Schluß im Gelenk gewährleisten kann.

    Neben diesen wichtigsten Bändern existieren noch zahlreiche, sehr straffe Bandverbindungen zwischen den einzelnen Fußwurzelknochen und dem unteren Sprunggelenk. Deren Aufzählung würde den Rahmen hier deutlich sprengen, überdies kommt ihnen für das Verständnis der wichtigsten Verletzungen nur untergeordnete Bedeutung zu. Ich muß daher hier bei vertieftem Interesse auf die einschlägige anatomische Literatur verweisen.

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