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17.11.2019 Sie befinden sich hier: Sprunggelenk / Anatomie / Gelenksanatomie / Oberes Sprunggelenk / 
Anatomie - Oberes Sprunggelenk


Das obere Sprunggelenk

"Knöchelgabel" zwischen Aussen- und Innenknöchel

Das obere Sprunggelenk besteht aus der Verbindung der beiden Unterschenkelknochen mit dem Sprungbein. Die unteren Enden des Schien- und Wadenbeines umfassen dabei das Sprungbein wie eine Klammer. Von vorne betrachtet entsteht so der Eindruck einer "Knöchelgabel". Das unterste Ende des Wadenbeines wird deshalb als Aussenknöchel (Malleolus lateralis) und das unterste Ende des Schienbeines als Innenknöchel (Malleolus medialis)bezeichnet.

Die beiden Knochen der Klammer (Schienbein und Wadenbein) sind im Bereich des oberen Sprunggelenkes durch sehr straffes Bindegewebe in einer Bendhaft federnd verbunden. Diese Bandverbindungen zwischen Schien- und Wadenbein werden in ihrer Gesamtheit als fibulotibiale Syndesmose, oder einfach als Syndesmosenbänder oder auch nur als Syndesmose bezeichnet. Durch sie erhält das Gelenk eine sehr große Sicherheit und Festigkeit.

Wie jedes Scharniergelenk hat auch das obere Sprunggelenk Seitenbänder, die von der Spitze der Knöchel fächerförmig ausstrahlen und auf das Sprungbein (Talus) und das Fersenbein (Calcaneus) treffen. Die zum Fersenbein ziehenden mittleren Stränge beider Seitenbänder überspringen dabei beide Sprunggelenke.


Die Seitenbänder des Sprunggelenkes
  1. Das Innenseitenband wird als deltaförmiges Band (Ligamentum deltoideum) bezeichnet. Von seinem Ursprung an der Spitze des Innenknöchels zieht es einheitliche, dicke, dreieckige Platte fächerförmig nach unter und setzt am Sprungbein und am Fersenbein an.
  2. Die Bandführung am Aussenknöchel (ligamentum collaterale laterale) zerfällt deutlicher als das Innenseitenband in drei Stränge, und setzt sich somit aus drei selbständigen, parallelfasrigen Einzelbändern zusammen.
  3. Ihren Ursprung nehmen alle drei Bänder von der Aussenknöchelspitze, je ein Band zieht nach vorne und hinten zum Sprungbein, das dritte, mittlere Band abwärts zum Fersenbein. Die Einzelbänder werden dabei nach den durch sie verbundenen Knochen benannt: Ligamentum talofibulare anterius und posterius, Ligamentum calcaneofibulare.

Durch diese Anordnung der Bänder ist gewährleistet, daß immer ein Teil beider Seitenbänder bei allen Bewegungen im oberen Sprunggelenk gespannt bleibt, so daß eine sichere Führung zustande kommt.

Die Bänder des Sprunggelenkes und des Fusses - von aussen (= lateral)

Die stärkste Beanspruchung erleiden die Seitenbänder, wenn der Fuß z.B. in einer Wegfurche, zwischen Steinen oder am Schi hängen bleibt und der Körper mach innen oder aussen umfällt. Bei diesem Umkippen halten oft die Bänder stand, während ein Knochenstück am Bandansatz ausreißt. Diese Rissbrüche der Knöchel sind ein Zeichen für die enorme Festigkeit der Bänder.